GIMME SHELTER – FORTS UND FIKTIONEN IN DEN NIEDERLANDEN
Internationale Kunstveranstaltung vom 30. Mai bis 20. September 2015
KunstFort Asperen, Fort Nieuwersluis und Kunstfort bij Vijfhuizen


Welche Gefahren lauern auf meinem Weg? Wie kann ich meinen Gegner täuschen? Wie denkt mein Feind – und wer ist eigentlich der Feind?
Diese Fragen sind Ausgangspunkt der internationalen Kunstmanifestation 'Gimme Shelter - forten en ficties in Laagland', welche am 30.Mai eröffnet wird. Drei wunderschöne Verteidigungsanlagen der Neuen Holländische Wasserlinie und des Festungsgürtels von Amsterdam bilden zum ersten Mal in ihrer zweihundertjährigen Geschichte das Dekor dreier thematisch verwandter Ausstellungen. Die Präsentationen konzentrieren sich auf den fiktiven Aspekt von Kampf und Verteidigung, auf militärische Fiktionen.

'Gimme Shelter' zeigt Werke von mehr als fünfzig Künstlern. Ein Dutzend Künstler bekam den Auftrag neue Werke eigens hierfür zu schaffen. Ein besonderer Blickfang werden drei vom Kampfjet Joint Strike Fighter (JSF) inspirierte Skulpturen sein. Der JSF, ein multifunktionales Hightech Produkt, soll in der Zukunft bestehende Kampfflugzeuge der NATO ersetzen, er ist somit die Ikone der militärischen Fiktion‘ der Gegenwart.
Zeitgenössische Kunst – Filme, Plastiken, Klangskulpturen, Photos, Installationen und Zeichnungen – werden durch seltenes, historisches Bildmaterial aus den Archiven des niederländischen Instituts für Bild und Ton in Hilversum ergänzt und in einer märchenhaften Umgebung präsentiert, die selbst auch Fiktion geblieben ist. Die Forts, entlang der Wasserlinie mit ihren endlosen Wasserarmen und Systemen, wurden errichtet, um kontrollierte Überschwemmungen zur Landesverteidigung herbeizuführen. Die Kosten waren astronomisch, wobei die Funktionalität sich nie beweisen musste. Bereits 1940, im Kampf gegen die deutsche Invasion waren die Wasserlinien technisch veraltet. So flog die Deutsche Luftwaffe bei dem Bombardement auf Rotterdam einfach darüber hinweg.

In der Ausstellung des KunstForts Asperen (Acquoy) Briefe an meinen Feind liegt die Betonung auf dem Mikrokosmos einer Soldatengemeinschaft und der Konstruktion von Feindbildern. Das Hauptaugenmerk im Kunstfort bei Vijfhuizen richtet sich zentral auf Kampfszenen, wie in Spielen, Video-Games oder Strategie- bzw. Survivaltaktiken. Und im Fort Nieuwersluis, das nach dem Zweiten Weltkrieg unter anderem als Atombunker diente, werden die Verborgenen Kräfte der Geheimhaltung, Geheimnisse und Verstecke beleuchtet.

Neben diesen drei Teilausstellungen finden zudem in Form von prepping courses, SOS-shops zusätzliche Aktivitäten statt. Von 'Gimme Shelter' soll sich ein breites Publikum – von Kunstliebhabern und Interessenten für das Kulturerbe, aller Lebensalter – angesprochen fühlen. 'Gimme Shelter' - ist eines der Kronjuwelen zum 200 jährigen Jubiläum der Neuen Holländische Wasserlinie.

Künstler
Lida Abdul (AFG), Allora & Calzadilla (USA/CU), Dik Bouwhuis (NL), Michael Blum (CAN/DE), Craig Ames (GB), Jeremy Deller (GB), Omer Fast (ISR), Zoro Feigl (NL), Nina Glockner (DE), Johan Grimonprez (BE), Stefan Gross (D), Juan-Pedro Fabra Guemberena (UR), Hertog & Nadler (NL en ISR), Jos Houweling (NL), Esther Jiskoot (NL), Marieke de Jong (NL), Jasper Niens (NL), Trevor Paglen (USA), Mykola Ridnyi (UKR), Fernando Sánchez Castillo (ES), Elisa van Schie (NL), Charlotte Schleiffert (NL), Stout & Smits (NL), Matjaž Štuk & Alena Hudcovičová (SVN en SVK), Shinkichi Tajiri (NL), Danila Tkachenko (RU), Wouter Klein Velderman (NL), Dick Verdult (NL), Ralf Westerhof (NL), Akram Zaatari (LBN), Pim Zwier (NL) und andere.

Gimme Shelter – Forts und Fiktionen in den Niederlanden
Ausstellungsmacher: Lucette ter Borg und Sacha Bronwasser
KunstFort Asperen (Langendijk 60, Acquoy, Niederlande), Fort Nieuwersluis (Rijksstraatweg 7b, Nieuwersluis, Niederlande), Kunstfort bij Vijfhuizen (Fortwachter 1, Vijfhuizen, Niederlande).